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HB · 21/1945 · Antrag · 21. · eingebracht 25.08.2026

Grundrechte sind nicht verhandelbar – Meinungsfreiheit schützen

DemokratieRechtsstaatMeinungsfreiheitHassrede

Zusammenfassung

Die FDP-Fraktion fordert die Abschaffung des § 188 StGB (Politikerbeleidigung) und betont die uneingeschränkte, individualistische Meinungsfreiheit als Kern der Demokratie.

Kernforderungen
  • Meinungsfreiheit ist konstituierend für Demokratie
  • § 188 StGB gefährdet die Meinungsfreiheit
  • Politiker sollen mit gutem Beispiel vorangehen statt strafrechtlich zu reagieren

maschinell erstellt · nicht geprüft

3.0/10
Ablehnen
Bewertungs-Sicherheit: hoch

Note und Empfehlung stammen von einem , das den Antrag an der Gemeinwohl-Matrix 2.0 misst — sie sind weder amtlich noch von der Gemeinwohl-Ökonomie geprüft. Grenzen der Bewertung

Der Antrag fokussiert ausschließlich auf die individuelle Meinungsfreiheit als Grundrecht, ohne Bezug zu sozialer Gerechtigkeit, ökologischer Nachhaltigkeit oder solidarischem Gemeinwohl. Er ignoriert systemische Machtungleichheiten bei der Meinungsäußerung (z. B. Medienkonzentration, digitale Teilhabe) und reduziert Demokratie auf den 'Kampf der Meinungen' — ohne Rücksicht auf Schutzbedürftigkeit, Menschenwürde von Minderheiten oder strukturelle Diskriminierung. Damit widerspricht er fundamental dem GWÖ-Wert 'Solidarität' und schwächt 'Soziale Gerechtigkeit' sowie 'Transparenz & Mitbestimmung'.

Was bedeutet das?

Rote Ampel. Dieser Antrag widerspricht zentralen Gemeinwohl-Werten: Er schwächt insgesamt mehr Werte als er stärkt. Die Note (3.0 von 10) ist der — je niedriger, desto kritischer.

Die wichtigsten Fachbegriffe sind im Glossar kurz erklärt.

Zitat-Satz: „Der Antrag 21/1945 erhält im GWÖ-Antragsprüfer einen Gemeinwohl-Score von 3.0 von 10 (Ablehnen), Bewertungs-Sicherheit hoch."

Trifft diese automatische Einschätzung zu?

Die Rückmeldung gilt der Bewertung auf dieser Seite, nicht dem Antrag. Das ist keine Abstimmung über den Antrag.

Stärkster Wert — Stärken

Klare Verankerung des Rechtsstaatsprinzips; Konsequente Fokussierung auf Grundrechtschutz

Schwächster Wert — Schwächen

Ignoranz struktureller Machtungleichheiten; Fehlende Verbindung von Freiheit mit Verantwortung und Solidarität

Für Expert:innen: Gemeinwohl-Matrix 2.0 · 25 Felder
Schwerpunkt-Felder: D1D2
Menschenwürde
Solidarität
Ökol. Nachhaltigkeit
Soz. Gerechtigkeit
Transparenz
A · Lieferant:innen
○
○
○
○
○
B · Finanzen
○
○
○
○
○
C · Verwaltung
○
○
○
○
○
D · Bürger:innen
−
−−
○
−
○
E · Gesellschaft & Natur
○
○
○
○
○
++ stark fördernd + fördernd ○ neutral − widersprechend −− stark widersprechend
Für Expert:innen: Bewertungs-Kontext (Wahlperiode, Regierung, Methoden-Version)
Wahlperiode: 21. Wahlperiode (2023-07-04 – laufend)
Regierung zur Antragszeit: Bovenschulte II (SPD+GRÜNE+LINKE), vereidigt 2023-07-05
Diese Bewertung wurde am 17.09.2026 mit dem Sprachmodell qwen-plus erzeugt.
bewertet mit Prompt v5 · Analyzer v5 · Embedding text-embedding-v4 — Methodik & Transparenz
Für Expert:innen: Programm-Treue pro Fraktion
Hinweis: Für folgende Parteien lag kein Wahl-/Parteiprogramm vor — sie werden hier nicht aufgeführt: FDP.
SPD Regierungsfraktion
Wahlprogramm 2/10

Der Antrag widerspricht zentralen SPD-Positionen: Das SPD-Bremen-Wahlprogramm 2023 betont explizit den Schutz der Kunstfreiheit als Seismograf für Demokratie (Q6), positioniert sich gegen Rechtsextremismus als Bedrohung (Q7) und verankert Queerrechte als Freiheitsraum (Q9). Die Forderung nach Abschaffung des §188 StGB untergräbt den Schutz vor Hassrede und diffamierender Hetze — gerade gegenüber marginalisierten Gruppen.

„Der Schutz der Kunstfreiheit ist immer auch ein Seismograf für die demokratische Kultur unserer Gesellschaft. Wir werden die Freiheit der Künste, ebenso wie die Freiheit der Medien, stets schützen und verteidigen."
✓ verifiziert SPD Bremen Wahlprogramm 2023, S. 172 · PDF öffnen
Parteiprogramm 1/10

Das Hamburger Programm (2007) verankert 'Freiheit' nur im Verbund mit 'Gerechtigkeit' und 'Solidarität' (Q11–Q15). Es betont soziale Bürgerrechte (Q15), Medienkompetenz als Bildungsschwerpunkt (Q13) und die Notwendigkeit staatlicher Rahmenbedingungen für echte Chancengleichheit — im Gegensatz zur individualistischen Freiheitskonzeption des Antrags.

Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

CDU
Wahlprogramm 5/10

Die CDU NRW 2022 betont 'Sicherheit' und 'Rechtsstaatsprinzip', aber auch 'soziale Marktwirtschaft' und 'Schöpfungsverantwortung'. Der Antrag berührt zwar das Rechtsstaatsprinzip (Meinungsfreiheit), vernachlässigt jedoch den gesellschaftlichen Zusammenhalt ('Gemeinnutz') und den Schutz vor strafbarem Missbrauch (z. B. Volksverhetzung, Hassrede). Kein direkter Widerspruch, aber keine aktive Förderung ihrer Kernziele.

Keine wörtlich passenden Stellen im Wahlprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

Parteiprogramm 4/10

Das CDU-Grundsatzprogramm 2024 verbindet 'Freiheit' mit 'Verantwortung' und 'Subsidiarität' (keine Quellen im Index für Bremen — Bewertung nicht möglich). Allerdings wird 'Schöpfungsverantwortung' und 'soziale Marktwirtschaft' betont — der Antrag bleibt rein rechtsstaatlich-individualistisch und greift diese Verbindung nicht auf.

Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

GRÜNE Regierungsfraktion
Wahlprogramm 1/10

Das Bremer Grünen-Wahlprogramm 2023 stellt 'Mensch in seiner Würde und Freiheit' in den Mittelpunkt (Q19), aber betont ausdrücklich 'Demokratie als wehrhafte Demokratie' (Q17, Q20) und 'Schutz der Grundrechte auch im digitalen Raum' (Q21). Die Forderung nach Abschaffung des §188 StGB steht im Widerspruch zur grünen Position, dass Freiheit ihre Grenze dort findet, wo sie anderen Freiheit nimmt (Q24, Q25).

„Im Mittelpunkt unserer Politik steht der Mensch in seiner Würde und Freiheit. Um sich in Freiheit bestmöglich entfalten zu können, braucht es sowohl Freiräume als auch Sicherheit."
✓ verifiziert BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Bremen Wahlprogramm 2023, S. 10 · PDF öffnen
Parteiprogramm 1/10

Das Grüne Grundsatzprogramm 2020 definiert Freiheit als 'individuelles wie auch gesellschaftliches Gut', das 'Verantwortung für sich selbst und für andere' fordert (Q24) und an 'soziale Voraussetzungen und Solidarität gebunden' ist (Q25). Der Antrag entkoppelt Freiheit vollständig von Verantwortung und Solidarität — ein fundamentaler Widerspruch.

Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

LINKE Regierungsfraktion
Wahlprogramm 0/10

Das LINKE-Bremen-Wahlprogramm 2023 lehnt alle Ideologien ab, die 'universelle und unveräußerliche Menschenrechte infrage stellen' (Q26) und fordert den Schutz von Minderheiten, darunter LGBTQIA+ (Q26) und Nicht-EU-Bürger*innen (Q30). Der Antrag gefährdet diesen Schutz durch Aufweichung strafrechtlicher Instrumente gegen Hassrede und Diffamierung. Zudem kritisiert die LINKE explizit 'sexistische, queerfeindliche und antiaufklärerische Arbeit' (Q26) — die Abschaffung des §188 würde deren strafrechtliche Ahndung erschweren.

„Als pluralistische Partei lehnen wir alle Denkmuster und Ideologien ab, die die universellen und unveräußerlichen Menschenrechte infrage stellen – und wollen dafür sorgen, dass Bildung, Prävention, das Ausbleiben öffentlicher Förderung und eine ..."
✓ verifiziert DIE LINKE Bremen Wahlprogramm 2023, S. 66 · PDF öffnen
Parteiprogramm 0/10

Das Erfurter Programm (2011) verankert 'Menschenwürde' und 'freie Entfaltung der Persönlichkeit' (Q32) als unverzichtbare Grundrechte — aber im Kontext sozialer Gerechtigkeit und kollektiver Selbstbestimmung. Es lehnt 'Netzsperren' ab (Q31), aber nicht aus liberaler Freiheitslogik, sondern aus dem Anspruch auf freien Zugang zu Wissensgütern — ein konstruktiver, gemeinwohlorientierter Freiheitsbegriff, den der Antrag nicht teilt.

Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

BiW
Wahlprogramm 0/10

Keine Quellen im Index — Bewertung nicht möglich.

Keine wörtlich passenden Stellen im Wahlprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

Parteiprogramm 0/10

Keine Quellen im Index — Bewertung nicht möglich.

Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

Was am Antrag besser werden könnte Verbesserungsvorschläge (Redline-Format) Verbesserungsvorschläge mit Begründung & GWÖ-Bezug Verbesserungsvorschläge — sofort übernehmbar

Diese Vorschläge hat ein erzeugt. Sie sind nicht im Parlament eingebracht worden. Im Vorschlagstext ist grün unterlegt, was neu hinzukäme, und durchgestrichen, was entfiele.

Tipp: Die Vorschläge sind als Redline formuliert (Original → Änderung → Begründung) und können direkt in einen Änderungsantrag übertragen werden. Über den Brief-Generator (#204) kann der Vorschlag auch als Briefentwurf an MdL versendet werden.
Vorschlag 1 von 3

Im Antrag steht

Meinungen dürfen emotional oder rational, gefährlich oder harmlos sein. Auch radikale Ideologien fallen nicht von vornherein aus dem Schutzbereich der Meinungsfreiheit heraus.

Vorschlag

Meinungen genießen umfassenden Schutz — jedoch nicht, wenn sie Menschenwürde verletzen, Hass schüren oder zur Gewalt gegen Minderheiten aufrufen. Radikale Ideologien, die auf Ausgrenzung, Diskriminierung oder Gewalt basieren, fallen nicht unter den Schutz der Meinungsfreiheit, da sie den Grundwert der Solidarität und den Rechtsstaat untergraben.

Stärkt die GWÖ-Werte 'Menschenwürde' (D1 — Schutz des Individuums, Rechtsgleichheit) und 'Solidarität' (D2 — Gesamtwohl in der Gemeinde); bringt den Antrag in Einklang mit Art. 5 GG und dem Konzept einer 'wehrhaften Demokratie'

Vorschlag 2 von 3

Im Antrag steht

Politiker haben eine Vorbildfunktion für die Demokratie und die Meinungsfreiheit. Statt bei Meinungsäußerungen mit dem scharfen Schwert des Strafrechts zu reagieren, sollten Politiker selbst mit gutem Beispiel für die Debattenkultur voran gehen...

Vorschlag

Politiker haben eine Vorbildfunktion — und der Staat hat die Pflicht, die Debattenkultur durch Bildung, Medienkompetenzförderung und Schutz vor struktureller Diskriminierung zu stärken, statt sich auf strafrechtliche Abschreckung oder individuelle Selbstbeschränkung zu verlassen.

Bezieht 'Soziale Gerechtigkeit' (D4 — Soziale Gestaltung der öffentlichen Leistung) und 'Transparenz & Mitbestimmung' (D5 — Transparente Kommunikation und demokratische Einbindung) ein; entspricht SPD- (Q13), Grüne- (Q23) und LINKE-Positionen (Q35) zur aktiven Gestaltung demokratischer Teilhabe

Vorschlag 3 von 3

Im Antrag steht

Die Bürgerschaft (Landtag) fordert den Senat auf: 1. Sich im Bundesrat für die vollständige Abschaffung des Qualifikationstatbestandes der Politikerbeleidigung (§ 188 StGB) einzusetzen...

Vorschlag

Die Bürgerschaft (Landtag) fordert den Senat auf: 1. Sich im Bundesrat für eine grundlegende Reform des § 188 StGB einzusetzen, die den besonderen Schutz von Politiker*innen aufhebt, aber gleichzeitig den Schutz vor Hassrede, Hetze und menschenverachtender Diffamierung gegenüber allen Menschen — insbesondere Minderheiten — stärkt.

Bringt den Antrag in Übereinstimmung mit GWÖ-Matrixfeldern D1 — Schutz des Individuums, Rechtsgleichheit (Menschenwürde), D2 — Gesamtwohl in der Gemeinde (Solidarität) und D4 — Soziale Gestaltung der öffentlichen Leistung (Soziale Gerechtigkeit); adressiert strukturelle Ungleichheit statt Individualisierung

Abstimmungsergebnis

Mehrheit deckt sich mit der Empfehlung dieses Werkzeugs — Empfohlen: Ablehnen; Beschluss: Abgelehnt.
Abgelehnt HB21l-36 ↗
Quelle: Plenarprotokoll · automatisch extrahiert

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