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HB · Drs. 21/1627 · Antrag · 21. Wahlperiode · eingebracht 18.02.2026

Wissenschaftsfreiheitsgesetz und verlässliche Grundfinanzierung von Wissenschaft und Forschung

WissenschaftHochschulpolitikBildungDemokratie
Bewertung treffend?

Zusammenfassung

Die FDP fordert ein 'Wissenschaftsfreiheitsgesetz', das Bürokratie abbaut, die Zivilklausel abschafft, PPP-Sponsoring fördert und die Grundfinanzierung an den Bundesdurchschnitt angleicht.

Kernforderungen
  • Finanzierungsfahrplan für Wissenschaftsplan 2030
  • Bürokratiemoratorium und Hochschulrechtsnovelle
  • Abschaffung der Zivilklausel
  • PPP- und Sponsoring-Modell für Sanierung
  • Opt-Out aus verfasster Studierendenschaft
3.0/10
Ablehnen
Bewertungs-Sicherheit: hoch

Der Antrag betont Freiheit, Exzellenz und Bürokratieabbau – positive Aspekte für Innovation – aber vernachlässigt systematisch soziale Gerechtigkeit (D4), ökologische Nachhaltigkeit (D3/E3) und Mitbestimmung (D5). Die Forderung nach Abschaffung der Zivilklausel (Ziffer 4a) widerspricht fundamental dem GWÖ-Wert 'Solidarität' und 'Soziale Gerechtigkeit', da sie militärische oder gesellschaftlich schädliche Forschung enttabuisiert. Die starke Betonung von PPP und privatem Kapital (Ziffer 6) untergräbt die gemeinwohlorientierte Verantwortung öffentlicher Hochschulen (A2/B2). Der Sanierungsstau wird benannt, aber keine konkrete gemeinwohlorientierte Lösung vorgeschlagen.

Was bedeutet das?

Rote Ampel. Dieser Antrag widerspricht zentralen Gemeinwohl-Werten: Er schwächt insgesamt mehr Werte als er stärkt. Die Note (3.0 von 10) ist der GWÖ-Score — je niedriger, desto kritischer.

Alle Fachbegriffe auf dieser Seite sind im Glossar kurz erklärt.

Zitat-Satz: „Der Antrag 21/1627 erhält im GWÖ-Antragsprüfer einen Gemeinwohl-Score von 3.0 von 10 (Ablehnen), Bewertungs-Sicherheit hoch."

Stärkster Wert — Stärken

Forderung nach Sanierungsstau-Abbau; Betonung von Wissenschaftsfreiheit als Grundrecht

Schwächster Wert — Schwächen

Zivilklausel-Abschaffung; Priorisierung privater Finanzierung

Für Expert:innen: Gemeinwohl-Matrix 2.0 · 25 Felder
Schwerpunkt-Felder: D2D5A2
Menschenwürde
Solidarität
Ökol. Nachhaltigkeit
Soz. Gerechtigkeit
Transparenz
A · Lieferant:innen
−−
B · Finanzen
C · Verwaltung
−−
D · Bürger:innen
+
E · Gesellschaft & Natur
Für Expert:innen: Bewertungs-Kontext (Wahlperiode, Regierung, Methoden-Version)
Wahlperiode: 21. Wahlperiode (2023-07-04 – laufend)
Regierung zur Antragszeit: Bovenschulte II (SPD+GRÜNE+LINKE), vereidigt 2023-07-05
Diese Bewertung wurde am 28.05.2026 mit qwen-plus gegen den oben genannten Programm-Stand erzeugt.
bewertet mit Prompt v5 · Analyzer v5 · Embedding text-embedding-v4Methodik & Transparenz
Für Expert:innen: Programm-Treue pro Fraktion
Hinweis: Für folgende Parteien lag kein Wahl-/Parteiprogramm vor — sie werden hier nicht aufgeführt: AfD.
SPD Regierungsfraktion
Wahlprogramm 2/10

Der Antrag widerspricht zentralen SPD-Positionen: Abschaffung der Zivilklausel (Q5, Q6), Förderung privater Finanzierung statt starker staatlicher Grundfinanzierung (Q1–Q5), Ignorieren sozialer Rahmenbedingungen für Studierende (Q3) und des wissenschaftlichen Nachwuchses (Q5). Kein Bezug zur sozialdemokratischen Vision einer 'verlässlichen sozialen Rahmenbedingungen für Studierende'.

„Verlässliche soziale Rahmenbedingungen für Studierende Die finanzielle Förderung von Studierenden im Rahmen des BAföG als sozialdemokratisches Aufstiegsversprechen benötigt ein umfassendes Update, um auch in Zukunft sicherzustellen, dass Aufstieg durch Bildung möglich und ein erfolgreiches Studium nicht von den finanziellen Möglichkeiten des Elternhauses abhängig ist."
✓ verifiziert SPD Bremen Wahlprogramm 2023, S. 40 · PDF öffnen
Parteiprogramm 2/10

Widerspricht dem Hamburger Programm: 'Verantwortlich für die Hochschulen ist und bleibt der Staat, er muss ihre Finanzierung sichern' (Q6); Ablehnung von Marktlogik in Wissenschaft (Q9, Q10); klare Ablehnung von 'kurzfristiger Rendite' (Q10). Zivilklausel ist Ausdruck sozialer Verantwortung — ihre Abschaffung widerspricht 'Solidarität' als Grundwert (Q6).

„Verantwortlich für die Hochschulen ist und bleibt der Staat, er muss ihre Finanzierung sichern. Dazu ist auch ein finanzieller Ausgleich zwischen den Bundesländern nötig."
✓ verifiziert SPD Hamburger Programm 2007, S. 65 · PDF öffnen
CDU
Wahlprogramm 7/10

Passt gut zu CDU-Kernpositionen: Bürokratieabbau, Technologieoffenheit, Subsidiarität, Stärkung von Wirtschaft/Wissenschaft-Kooperation. Klimaschutz wird nicht thematisiert, aber auch nicht widersprochen. 'Klimaneutralität 2045' fehlt, doch kein aktiver Widerspruch. 'Starker aber begrenzter Staat' entspricht dem FDP-Fokus auf Autonomie.

Keine wörtlich passenden Stellen im Wahlprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

Parteiprogramm 7/10

Übereinstimmung mit CDU-Leitideen: 'Subsidiäre Ordnung', 'soziale Marktwirtschaft', 'Technologieoffenheit', 'Schöpfungsverantwortung' (nicht aktiv verletzt). Kein Widerspruch zu 'Eigentum' oder 'Leistungsprinzip'. Allerdings fehlt expliziter Bezug zu Umweltverantwortung — daher kein Volltreffer.

Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

GRÜNE Regierungsfraktion
Wahlprogramm 1/10

Fundamentaler Widerspruch: Grüne fordern 'gemeinwohlorientierte Wissenschaft' (Q11–Q15), 'freie Bildung und Forschung aus Neugierde' (Q16), 'Verzahnung von Lehre, Wissenschaft und Gesellschaft' (Q16) — alles konterkariert durch Zivilklausel-Abschaffung, PPP-Priorisierung und Entpolitisierung der Wissenschaft. Kein Bezug zu 'Klimabildung', 'Nachhaltigkeitsmanagement' (Q23) oder 'familienfreundlichen Karrieremodellen' (Q14).

Keine wörtlich passenden Stellen im Wahlprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

Parteiprogramm 1/10

Widerspricht Kerngedanken: 'Freie Wissenschaft [...] muss so gestaltet werden, dass sie Mensch und Umwelt nützt' (Q17); 'ethische Fragen müssen [...] demokratisch verhandelt werden' (Q18); 'gemeinwohlorientiertem Eigentum' (Q19). Zivilklausel-Abschaffung ist direkter Bruch mit 'planetaren Grenzen' und 'sozial-ökologischer Transformation'.

„Die Verzahnung von Lehre, Wissenschaft und Gesellschaft sichert ihren Bildungsauftrag, der sich am Gemeinwohl orientiert."
✓ verifiziert Grüne Grundsatzprogramm 2020, S. 46 · PDF öffnen
„Freie Wissenschaft und freie Forschung schaffen Zukunft, indem sie einen unverzichtbaren Beitrag zur vernunftgeleiteten Verständigung der Menschheit über gemeinsame Herausforderungen leisten."
✓ verifiziert Grüne Grundsatzprogramm 2020, S. 44 · PDF öffnen
LINKE Regierungsfraktion
Wahlprogramm 0/10

Vollständiger Widerspruch: LINKE fordert 'Eingliederung der Constructor University in die Strukturen der öffentlichen Hochschulen' (Q25), 'Umsetzung der Handlungsempfehlungen zur Klimabildung' (Q23), 'Förderung langfristiger beruflicher Perspektiven' (Q21), 'Überbrückungsfonds für Hochschulen' (Q24) — alles konterkariert durch PPP-Förderung, Zivilklausel-Abschaffung und Fokussierung auf private Kapitalbindung. Kein Bezug zu 'friedlichen Zwecken' (Q21) oder 'sozial inklusivem Zugang' (Q21).

„DIE LINKE spricht sich für eine Eingliederung der Constructor University in die Strukturen der öffentlichen Hochschulen Bremens aus. Eine weitere direkte oder indirekte öffentliche Förderung für eine private Constructor University lehnen wir ab."
✓ verifiziert DIE LINKE Bremen Wahlprogramm 2023, S. 72 · PDF öffnen
Parteiprogramm 0/10

Widerspricht Erfurter Programm: 'Wissensproduktion [...] soll immer mehr Menschen ermöglichen, an den Erkenntnissen teilzuhaben' (Q26); 'Forschungsmittel [...] in den Ausbau erneuerbarer Energiesysteme umzuleiten' (Q27); Ablehnung von 'Privatisierungen' (Q28). FDP-Antrag fördert genau das Gegenteil: Privatisierungstendenzen, Entkopplung von gesellschaftlicher Verantwortung und technokratische Forschung.

Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

BiW
Wahlprogramm 0/10

Keine Quellen im Index — Bewertung nicht möglich.

Keine wörtlich passenden Stellen im Wahlprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

Parteiprogramm 0/10

Keine Quellen im Index — Bewertung nicht möglich.

Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

Was am Antrag besser werden könnte Verbesserungsvorschläge (Redline-Format) Verbesserungsvorschläge mit Begründung & GWÖ-Bezug Verbesserungsvorschläge — sofort übernehmbar

Tipp: Die Vorschläge sind als Redline formuliert (Original → Änderung → Begründung) und können direkt in einen Änderungsantrag übertragen werden. Über den Brief-Generator (#204) kann der Vorschlag auch als Briefentwurf an MdL versendet werden.
Vorschlag 1 von 3
4. a) die Zivilklausel ausbaut und verbindlich verankert , um ethische Verantwortung in Forschung und Lehre zu stärken und friedliche Zwecke gemäß § 4 Abs. 3 Hochschulgesetz sicherzustellen

Stärkt Solidarität (D2) und Menschenwürde (D1) durch klare ethische Orientierung — zentral für GWÖ-gerechte Wissenschaft.

Vorschlag 2 von 3
6. öffentliche Investitionen priorisieren und PPP nur bei strikter Gemeinwohlbindung, Transparenz und Kontrolle durch Hochschulräte sowie ausschließlicher Verwendung für energieeffiziente Sanierung und Klimaschutzmaßnahmen

Schützt ökologische Nachhaltigkeit (D3) und soziale Gerechtigkeit (D4) vor Kommerzialisierung — entspricht GWÖ-Berührungsgruppe B (Finanzpartner:innen).

Vorschlag 3 von 3
10. klare Qualitätsziele für Serviceeinrichtungen für Studierende einzuführen, mit besonderem Fokus auf barrierefreien Zugang, soziale Inklusion und BAföG-Verbesserung gemäß SPD-Bremen-Wahlprogramm (S. 40) , und die Digitalisierung unter partizipativer Mitwirkung von Studierenden und Mitarbeitenden zu beschleunigen

Stärkt soziale Gerechtigkeit (D4) und Transparenz & Mitbestimmung (D5) — adressiert konkrete Schwächen im Antrag.

Abstimmungsergebnis

Das Warnzeichen ⚠ steht für den Heuchelei, das Ausrufezeichen ! für den Opportunismus. Beide vergleichen das Abstimmungsverhalten einer Fraktion mit ihrem eigenen Wahlprogramm.

Mehrheit deckt sich mit GWÖ-Empfehlung — Empfohlen: Ablehnen; Beschluss: Abgelehnt.
Abgelehnt HB21l-34 ↗
Quelle: Plenarprotokoll · automatisch extrahiert

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