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NRW · Drs. 18/19782 · Antrag · 18. Wahlperiode · eingebracht 09.06.2026

Mein Feed, meine Entscheidung! Bürger vor staatlicher Algorithmen-Bevormundung schützen

MedienDigitalisierungDemokratie
Bewertung treffend?

Zusammenfassung

Die AfD-Fraktion lehnt staatliche Regulierung von Algorithmen in sozialen Netzwerken ab und fordert, die Entscheidung über Inhalte ausschließlich den Nutzer*innen zu überlassen.

Kernforderungen
  • Ablehnung von Public-Value-Quoten
  • Kritik an der Staatsferne der Landesmedienanstalt
  • Warnung vor 'Meinungsnudging' und 'Shadowbanning'
  • Hinweis auf EU-Recht (DSA)
2.0/10
Ablehnen
Bewertungs-Sicherheit: hoch

Der Antrag widerspricht fundamental den GWÖ-Werten Solidarität, soziale Gerechtigkeit und Transparenz & Mitbestimmung, da er jegliche demokratische Steuerung von Medieninfrastrukturen ablehnt und die Verantwortung für öffentliche Debatte vollständig an individuelle Nutzer und marktgesteuerte Algorithmen delegiert. Er ignoriert systematisch die strukturelle Macht asymmetrie zwischen Konzernen, öffentlich-rechtlichen Anbietern und unabhängigen Journalist:innen – ein zentrales Thema der GWÖ-Matrix in den Feldern D2 (Solidarität), D4 (soziale Gerechtigkeit) und E5 (Wirkung über Grenzen hinaus). Die Forderung nach algorithmischer Neutralität ohne gesellschaftliche Zielsetzung verkennt, dass alle Algorithmen normativ sind – und lehnt bewusst gemeinwohlorientierte Gestaltung ab.

Was bedeutet das?

Rote Ampel. Dieser Antrag widerspricht zentralen Gemeinwohl-Werten: Er schwächt insgesamt mehr Werte als er stärkt. Die Note (2.0 von 10) ist der GWÖ-Score — je niedriger, desto kritischer.

Alle Fachbegriffe auf dieser Seite sind im Glossar kurz erklärt.

Zitat-Satz: „Der Antrag 18/19782 erhält im GWÖ-Antragsprüfer einen Gemeinwohl-Score von 2.0 von 10 (Ablehnen), Bewertungs-Sicherheit hoch."

Stärkster Wert — Stärken

Klare Positionierung gegen Überregulierung; Hinweis auf EU-Recht (DSA)

Schwächster Wert — Schwächen

Fundamentaler Widerspruch zu GWÖ-Werten; Pauschale Diffamierung aller Regulierung

Für Expert:innen: Gemeinwohl-Matrix 2.0 · 25 Felder
Schwerpunkt-Felder: D1D5E4
Menschenwürde
Solidarität
Ökol. Nachhaltigkeit
Soz. Gerechtigkeit
Transparenz
A · Lieferant:innen
B · Finanzen
C · Verwaltung
D · Bürger:innen
−−
−−
E · Gesellschaft & Natur
Für Expert:innen: Bewertungs-Kontext (Wahlperiode, Regierung, Methoden-Version)
Wahlperiode: 18. Wahlperiode (2022-06-01 – laufend)
Regierung zur Antragszeit: Wüst II (CDU+GRÜNE), vereidigt 2022-06-29
Bewertet gegen die folgenden Wahlprogramme:
  • AfD: Wer sonst. — gültig seit 2022-05-15, 68 S.
Diese Bewertung wurde am 24.06.2026 mit qwen-plus gegen den oben genannten Programm-Stand erzeugt.
bewertet mit Prompt v5 · Analyzer v5 · Embedding text-embedding-v4Methodik & Transparenz
Für Expert:innen: Programm-Treue pro Fraktion
CDU Regierungsfraktion
Wahlprogramm 3/10

Die CDU befürwortet eine aktive, zukunftsorientierte Medien- und Netzpolitik mit Schutz professioneller Informationen (Q4), stärkt digitale Demokratiekompetenz (Q1) und versteht Medien als gesellschaftliche Verantwortung (Q6). Der Antrag lehnt jedoch alle staatlichen Steuerungsansätze ab – auch solche, die die CDU ausdrücklich unterstützt, wie die Förderung lokalen Journalismus oder die Sicherstellung vertrauenswürdiger Informationsquellen.

„Wir wollen dafür sorgen, dass professionell geprüfte, journalistisch-redaktionelle Informationen und Inhalte im Netz ungehindert und diskriminierungsfrei auffindbar und zugänglich sind."
✓ verifiziert CDU NRW Wahlprogramm 2022, S. 105 · PDF öffnen
Parteiprogramm 4/10

Das CDU-Grundsatzprogramm betont die Wahrung der Grundrechte auch im digitalen Raum (Q9) und sieht den Staat als Garanten für funktionierende Strukturen (Q7). Der Antrag verkennt diese staatliche Schutzverantwortung und reduziert Demokratie auf passive Konsumfreiheit.

Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

SPD
Wahlprogramm 1/10

Die SPD setzt sich explizit für einen unabhängigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk ein (Q22) und für Medienkompetenz als Schutz vor Falschinformationen (Q21). Der Antrag attackiert genau diese Strukturen als 'staatsnah' und 'Zensuraufgaben'. Keine Übereinstimmung – fundamentaler Widerspruch zu allen SPD-Medienpositionen.

Keine wörtlich passenden Stellen im Wahlprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

Parteiprogramm 1/10

Das Hamburger Programm verankert Gerechtigkeit, Solidarität und Demokratie als Kernwerte (SPD Grundsatzprogramm 2007). Der Antrag vertritt eine radikale Individualismus-Ideologie, die kollektive Verantwortung für die Öffentlichkeit negiert – ein direkter Widerspruch zum sozialdemokratischen Verständnis von Gemeinwohl.

Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

GRÜNE Regierungsfraktion
Wahlprogramm 0/10

Die Grünen fordern ausdrücklich Bürger*innenmedienkompetenzprojekte (Q21), einen unabhängigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk (Q22) und sehen Offenheit als Leitprinzip für den digitalen Wandel (Q26). Der Antrag lehnt alle diese Ansätze als 'Bevormundung' ab und propagiert eine marktliberale, staatsfreie Medienvision – vollständiger Widerspruch.

Keine wörtlich passenden Stellen im Wahlprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

Parteiprogramm 0/10

Das Grüne Grundsatzprogramm verankert Demokratie, Vielfalt und die Verantwortung des Staates für eine gerechte digitale Gesellschaft (Q27, Q29). Der Antrag vertritt stattdessen eine anti-staatliche, technologieoffene Ideologie, die jegliche demokratische Gestaltung digitaler Öffentlichkeit ablehnt.

Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

FDP
Wahlprogramm 7/10

Die FDP betont Eigenverantwortung, Bürgerrechte und Datenschutz (FDP Wahlprogramm 2022) sowie gegen Bevormundung (FDP Wahlprogramm 2022). Der Antrag korrespondiert mit dieser Skepsis gegenüber staatlicher Inhaltssteuerung. Allerdings überschreitet er die FDP-Position durch pauschale Ablehnung aller Regulierung – die FDP befürwortet z.B. Emissionshandel oder Marktkorrektur, nicht aber völlige Markt-Entregulierung.

Keine wörtlich passenden Stellen im Wahlprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

Parteiprogramm 6/10

Das FDP-Grundsatzprogramm verankert Freiheit als höchsten Wert (FDP Grundsatzprogramm 2012), aber auch Verantwortung und Rechtsstaatlichkeit. Der Antrag vernachlässigt letztere und verkennt, dass Freiheit im digitalen Raum nur durch klare Regeln gesichert werden kann – was das FDP-Programm implizit voraussetzt.

Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

AfD Antragsteller:in
Wahlprogramm 9/10

Der Antrag spiegelt exakt die AfD-Position wider: Kritik an 'staatsnahen' Medienanstalten (Q13), Warnung vor 'ideologischer Beeinflussung' (Q13), Betonung der deutschen Leitkultur (Q15), Ablehnung von 'Gendersprache' und 'Klimaideologie' (Q12), und Forderung nach mehr direkter Demokratie statt staatlicher Steuerung (Q14). Die rhetorische Linie ('Mein Feed, meine Entscheidung') ist typisch für die AfD-Diskursstrategie.

„Medientransparenz Die Beteiligung politischer Akteure – wie Parteien oder Regierungsmitgliedern als Eigentümer oder Gremienmitglied – beim Westdeutschen Rundfunk, den Lokalradios, aber auch bei den Tageszeitungen kann zu gezielter Beeinflussung führen."
✓ verifiziert AfD NRW Wahlprogramm 2022, S. 18 · PDF öffnen
Parteiprogramm 9/10

Das AfD-Grundsatzprogramm fordert die Befreiung von Einflussnahme der Parteien auf das Kulturleben (Q16), kritisiert Subventionsdschungel (Q18) und betont die Notwendigkeit einer souveränen nationalen Medienpolitik (Q17). Der Antrag folgt dieser Logik konsequent und verbindet sie mit einer grundsätzlichen Skepsis gegenüber staatlicher Regulierung – was im AfD-Programm klar verankert ist.

Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

Was am Antrag besser werden könnte Verbesserungsvorschläge (Redline-Format) Verbesserungsvorschläge mit Begründung & GWÖ-Bezug Verbesserungsvorschläge — sofort übernehmbar

Tipp: Die Vorschläge sind als Redline formuliert (Original → Änderung → Begründung) und können direkt in einen Änderungsantrag übertragen werden. Über den Brief-Generator (#204) kann der Vorschlag auch als Briefentwurf an MdL versendet werden.
Vorschlag 1 von 3
Ein freies Internet braucht faire Regeln – nicht staatliche Bevormundung, sondern demokratische Gestaltung

Ersetzt die libertäre Framing-Sprache durch ein gemeinwohlorientiertes Narrativ, das Regulierung als Schutz vor Plattformmacht und nicht als Bevormundung versteht (GWÖ-Wert: Solidarität, Transparenz & Mitbestimmung)

Vorschlag 2 von 3
Algorithmen sind keine neutralen Technologien , sondern spiegeln die Interessen ihrer Betreiber wider. Ihre Gestaltung muss daher demokratisch kontrolliert sein, um Vielfalt und Menschenwürde zu schützen.

Korrigiert die technologische Determinismus-Rhetorik und stellt die menschliche Verantwortung für algorithmische Systeme in den Mittelpunkt (GWÖ-Wert: Menschenwürde, Transparenz & Mitbestimmung)

Vorschlag 3 von 3
Die Empfehlungsalgorithmen sozialer Netzwerke müssen transparent, nachvollziehbar und demokratisch legitimiert sein – etwa durch unabhängige Aufsicht und Mitbestimmung von Nutzer*innenvertreter*innen – um sowohl individuelle Interessen als auch das Gemeinwohl zu wahren.

Ersetzt die falsche Dichotomie 'organisch vs. politisch' durch ein partizipatives Modell, das sowohl individuelle Autonomie als auch kollektive Verantwortung integriert (GWÖ-Wert: Transparenz & Mitbestimmung, Solidarität)

Abstimmungsergebnis

Das Warnzeichen ⚠ steht für den Heuchelei, das Ausrufezeichen ! für den Opportunismus. Beide vergleichen das Abstimmungsverhalten einer Fraktion mit ihrem eigenen Wahlprogramm.

Mehrheit deckt sich mit GWÖ-Empfehlung — Empfohlen: Ablehnen; Beschluss: Abgelehnt.
Abgelehnt MMP18-125 ↗
1/5 Fraktionen Ja · 4 Nein · 0 Enth.
Ja: AfD
Nein: CDU FDP GRÜNE SPD
Quelle: Plenarprotokoll · automatisch extrahiert

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