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NRW · Drs. 18/18169 · Antrag · 18. Wahlperiode · eingebracht 12.03.2026

Gesetz zur Vermeidung von Diskriminierung in Nordrhein-Westfalen (Landesantidiskriminierungsgesetz -LADG NRW)

SozialesRechtDemokratieBildung
Bewertung treffend?

Zusammenfassung

Einführung eines landesweiten Antidiskriminierungsgesetzes, das Diskriminierung im öffentlichen Handeln verbietet, Betroffenen Rechtsschutz gewährt und strukturelle Prävention durch eine Landesstelle und Diversity-Kompetenz verankert.

Kernforderungen
  • Umfassendes Diskriminierungsverbot mit offenen Merkmalskatalog
  • Beweislastumkehr und Schadensersatzansprüche
  • Beanstandungsrecht für Antidiskriminierungsverbände
  • Errichtung einer Landesantidiskriminierungsstelle
  • Verpflichtung zur Förderung einer Kultur der Wertschätzung von Vielfalt
9.0/10
Uneingeschränkt unterstützen
Bewertungs-Sicherheit: hoch

Der Antrag stärkt systematisch Menschenwürde, Solidarität und soziale Gerechtigkeit durch ein umfassendes Diskriminierungsverbot im öffentlichen Raum, Rechtschutz für Betroffene und strukturelle Präventionsmaßnahmen. Er verankert Vielfalt als Leitprinzip in der Verwaltung (D1, D4), fördert Mitbestimmung durch Verbände (E5), und schafft Transparenz via Antidiskriminierungsstelle (D5). Die einzige Schwäche ist die bewusste Ausklammerung der Gemeinden (§3), was die GWÖ-Matrix-Bewertung in der Berührungsgruppe E (Wirkung über Grenzen) leicht abschwächt.

Was bedeutet das?

Grüne Ampel. Dieser Antrag stärkt das Gemeinwohl deutlich: Er fördert mehr Werte als er schwächt. Die Note (9.0 von 10) ist der GWÖ-Score — je höher, desto besser für das Allgemeinwohl.

Alle Fachbegriffe auf dieser Seite sind im Glossar kurz erklärt.

Zitat-Satz: „Der Antrag 18/18169 erhält im GWÖ-Antragsprüfer einen Gemeinwohl-Score von 9.0 von 10 (Uneingeschränkt unterstützen), Bewertungs-Sicherheit hoch."

Stärkster Wert — Stärken

Starkes, rechtsverbindliches Diskriminierungsverbot mit Beweislastumkehr; Etablierung einer unabhängigen Landesantidiskriminierungsstelle

Schwächster Wert — Schwächen

Ausklammerung der Gemeinden vom Geltungsbereich; Keine klare Verknüpfung zur ökologischen Nachhaltigkeit (C3/E3)

Für Expert:innen: Gemeinwohl-Matrix 2.0 · 25 Felder
Schwerpunkt-Felder: D1D4D5
Menschenwürde
Solidarität
Ökol. Nachhaltigkeit
Soz. Gerechtigkeit
Transparenz
A · Lieferant:innen
B · Finanzen
C · Verwaltung
D · Bürger:innen
++
++
++
E · Gesellschaft & Natur
+
Für Expert:innen: Bewertungs-Kontext (Wahlperiode, Regierung, Methoden-Version)
Wahlperiode: 18. Wahlperiode (2022-06-01 – laufend)
Regierung zur Antragszeit: Wüst II (CDU+GRÜNE), vereidigt 2022-06-29
Bewertet gegen die folgenden Wahlprogramme:
Diese Bewertung wurde am 22.07.2026 mit qwen-plus gegen den oben genannten Programm-Stand erzeugt.
bewertet mit Prompt v5 · Analyzer v5 · Embedding text-embedding-v4Methodik & Transparenz
Für Expert:innen: Programm-Treue pro Fraktion
CDU Antragsteller:in Regierungsfraktion
Wahlprogramm 7/10

Der Antrag entspricht dem CDU-Wahlprogramm in den Bereichen Rechtsstaatlichkeit, Sicherheit und Chancengleichheit, widerspricht aber nicht explizit dem CDU-Leitsatz 'Leistungsprinzip' oder der Ablehnung von 'Gleichmacherei'. Allerdings fehlt eine direkte Verankerung im CDU-Programm — kein Zitat zum Antidiskriminierungsgesetz vorhanden.

Keine wörtlich passenden Stellen im Wahlprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

Parteiprogramm 8/10

Das CDU-Grundsatzprogramm 'In Freiheit leben' (2024) betont das christlich-demokratische Menschenbild, Würde, Freiheit und Verantwortung. Das LADG NRW konkretisiert diesen Menschenwürdeanspruch im staatlichen Handeln und entspricht damit dem Kernwert der Subsidiarität und des Rechtsstaatsprinzips.

Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

SPD
Wahlprogramm 10/10

Der Antrag deckt sich vollständig mit dem SPD-Wahlprogramm 'NRW. Für euch. Für Dich.': Er realisiert Chancengleichheit, bekämpft Kinderarmut und Diskriminierung systematisch, stärkt die Daseinsvorsorge durch diskriminierungsfreie Verwaltung und setzt die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit um.

Keine wörtlich passenden Stellen im Wahlprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

Parteiprogramm 9/10

Das Hamburger Programm (2007) verankert Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität als Grundwerte. Das LADG NRW ist ein konsequenter Ausdruck des 'demokratischen Sozialismus' als andauernde Aufgabe — es schützt vor Benachteiligung und stärkt den vorsorgenden Sozialstaat durch rechtlichen Schutz.

Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

GRÜNE Antragsteller:in Regierungsfraktion
Wahlprogramm 10/10

Der Antrag ist ein zentrales Umsetzungsprojekt des GRÜNEN-Wahlprogramms 'Wirtschaft und Klima zusammen denken': Er erfüllt ausdrücklich das Ziel der 'Vielfalts-Update für unsere Demokratie' (S. 88) und stärkt die 'Wertschätzung von Vielfalt' (S. 23) durch Rechtsverbindlichkeit, Bürgerbeteiligung und strukturelle Prävention.

„Ein Vielfalts-Update für unsere Demokratie Vielfalt ist in Nordrhein-Westfalen gelebte Normalität. Wer hier lebt, soll das Recht haben, unsere Gesellschaft mitzugestalten und mitzuentscheiden. Wir wollen die strukturellen und institutionellen Hürden abbauen, die bisher eine gleichberechtigte ..."
✓ verifiziert GRÜNE, S. 88
„Mehr Artenschutz in unserer Nachbarschaft Artenschutz gehört auch in die Stadt. Zum Schutz der Artenvielfalt im städtischen Raum setzen wir auf Nachverdichtung und Flächenrecycling, statt intakte Grünflächen zu be- bauen. Wir setzen auf Baumpflanzungen, begrünte Fassaden und Dächer, auf starke ko..."
✓ verifiziert GRÜNE, S. 23
Parteiprogramm 10/10

Das GRÜNE-Grundsatzprogramm '...zu achten und zu schützen...' (2020) verankert Demokratie, Gerechtigkeit und Selbstbestimmung als Leitideen. Das LADG NRW ist eine direkte Umsetzung der 'lebendigen Demokratie' und 'Teilhabe für alle' — insbesondere durch Verbändebeteiligung, Bürger:innenbeteiligung und den Schutz vor Viktimisierung.

Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

FDP
Wahlprogramm 4/10

Der Antrag steht im Spannungsfeld zur FDP-Politik: Er stärkt den Rechtsstaat (positiv), widerspricht aber dem FDP-Leitsatz 'Eigenverantwortung vor Staatsverantwortung' und der Ablehnung von 'Bevormundung'. Kein Zitat zum Antidiskriminierungsgesetz im FDP-Wahlprogramm vorhanden.

Keine wörtlich passenden Stellen im Wahlprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

Parteiprogramm 3/10

Das FDP-Grundsatzprogramm 'Verantwortung für die Freiheit' (2012) stellt individuelle Freiheit als höchsten Wert dar. Das LADG NRW wird von der FDP als Eingriff in die Freiheit der Verwaltungshandlung wahrgenommen — insbesondere durch Haftungserweiterung und strukturelle Pflichten. Kein passendes Zitat verfügbar.

Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

AfD
Wahlprogramm 0/10

Der Antrag widerspricht fundamental den AfD-Kernpositionen: Er fördert 'Gender-Ideologie', 'Klimaideologie' und 'Multikulturalismus', lehnt die 'deutsche Leitkultur' ab und unterminiert die 'Remigration'-Politik. Kein Zitat zum Antidiskriminierungsgesetz im AfD-Wahlprogramm vorhanden.

Keine wörtlich passenden Stellen im Wahlprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

Parteiprogramm 0/10

Das AfD-Grundsatzprogramm 'Programm für Deutschland' (2016) lehnt 'Gender-Ideologie' und 'Multikulturalismus' ab und betont nationale Souveränität. Das LADG NRW mit seinen Merkmalen wie geschlechtlicher Identität, sexueller Orientierung und intersektionalem Ansatz ist ein fundamentaler Widerspruch.

Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

Was am Antrag besser werden könnte Verbesserungsvorschläge (Redline-Format) Verbesserungsvorschläge mit Begründung & GWÖ-Bezug Verbesserungsvorschläge — sofort übernehmbar

Tipp: Die Vorschläge sind als Redline formuliert (Original → Änderung → Begründung) und können direkt in einen Änderungsantrag übertragen werden. Über den Brief-Generator (#204) kann der Vorschlag auch als Briefentwurf an MdL versendet werden.
Vorschlag 1 von 2
Dieses Gesetz gilt nicht für Gemeinden und Gemeindeverbände , es sei denn, sie nutzen ihre kommunale Selbstverwaltungsgarantie aktiv, um eigene Antidiskriminierungsregelungen zu erlassen — in diesem Fall unterstützt das Land diese Initiativen finanziell und fachlich.

Stärkt die GWÖ-Berührungsgruppe E (Wirkung über Grenzen) und fördert kommunale Mitbestimmung (E5), ohne die Selbstverwaltungsgarantie zu unterlaufen.

Vorschlag 2 von 2
Die Förderung einer Kultur der Wertschätzung von Vielfalt und die Verhinderung und Beseitigung jeder Form von Diskriminierung sind als durchgängige Leitprinzipien bei allen Maßnahmen öffentlicher Stellen zu berücksichtigen — mit jährlicher externer Evaluation und öffentlicher Berichterstattung an den Landtag .

Erhöht Transparenz & Mitbestimmung (D5/E5) und macht den Erfolg messbar — entspricht GWÖ-Matrix-Feld D5.

Abstimmungsergebnis

Das Warnzeichen ⚠ steht für den Heuchelei, das Ausrufezeichen ! für den Opportunismus. Beide vergleichen das Abstimmungsverhalten einer Fraktion mit ihrem eigenen Wahlprogramm.

Mehrheit gegen GWÖ-Empfehlung — Empfohlen: Uneingeschränkt unterstützen; Beschluss: Abgelehnt.
Abgelehnt MMP18-127 ↗
2/5 Fraktionen Ja · 3 Nein · 0 Enth.
Ja: AfD! FDP
Nein: CDU GRÜNE SPD
Überwiesen MMP18-119 ↗
5/5 Fraktionen Ja · 0 Nein · 0 Enth.
Ja: AfD! CDU FDP GRÜNE SPD
Quelle: Plenarprotokoll · automatisch extrahiert

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