Glossar
Dieses Werkzeug bewertet Parlamentsanträge nach der Gemeinwohl-Matrix 2.0. Dabei tauchen Fachbegriffe aus Politik und Gemeinwohl-Ökonomie auf. Hier sind sie kurz und ohne Jargon erklärt — in der Bürger:innen-Ansicht sind sie zusätzlich direkt an Ort und Stelle als Tooltip hinterlegt.
- Antragsteller:in
- Die Fraktion (oder Fraktionen), die einen Antrag ins Parlament eingebracht hat.
- Berührungsgruppe
- Die fünf Gruppen, mit denen eine Kommune zu tun hat: A Lieferant:innen, B Geldgeber:innen, C Mitarbeitende, D Bürger:innen und Kund:innen, E gesellschaftliches Umfeld. Sie bilden die Zeilen der Matrix (A–E).
- Bewertungs-Sicherheit
- Wie sicher das Sprachmodell sich bei seiner Bewertung ist. Niedrige Sicherheit heißt: Die Einschätzung sollte besonders kritisch gelesen werden. Fachbegriff: Konfidenz.
- Drucksache
- Ein offizielles Schriftstück im Parlamentsbetrieb — etwa ein Antrag oder Gesetzentwurf. Die Drucksachen-Nummer (z.B. 18/1234) ist die eindeutige Fundstelle.
- EÜR
- Einnahmen-Überschuss-Rechnung — eine vereinfachte Form der Gewinnermittlung für kleinere Betriebe.
- Fraktion
- Der Zusammenschluss der Abgeordneten einer Partei in einem Parlament. Fraktionen bringen Anträge ein und stimmen gemeinsam ab.
- Gemeinwohl-Matrix
- Ein Raster aus fünf Werten (Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit, Transparenz und Mitbestimmung) mal fünf Berührungsgruppen — zusammen 25 Felder, in denen ein Antrag wirken kann.
- GWÖ
- Gemeinwohl-Ökonomie — ein Wirtschaftsmodell, das den Beitrag zum Gemeinwohl statt den finanziellen Gewinn zum Maßstab macht. Dieses Werkzeug bewertet Anträge nach diesem Maßstab.
- GWÖ-Score
- Eine Zahl von 0 bis 10, die zusammenfasst, wie stark ein Antrag die fünf Gemeinwohl-Werte fördert oder ihnen widerspricht. Höher ist besser.
- Heuchelei-Indikator
- Ein Hinweis (⚠), wenn eine Fraktion gegen einen Antrag stimmt, der inhaltlich gut zu ihrem eigenen Wahlprogramm passt. Es ist eine methodische Markierung, kein moralisches Urteil.
- Methoden-Version
- Die Kennzeichnung, mit welcher Generation von Auswertungs-Logik und Textmodell ein Antrag bewertet wurde. Anträge mit unterschiedlicher Methoden-Version sind nicht eins zu eins vergleichbar.
- Opportunismus-Indikator
- Ein Hinweis (!), wenn eine Fraktion für einen Antrag stimmt, der schlecht zu ihrem eigenen Wahlprogramm passt. Auch dies ist eine methodische Markierung, kein moralisches Urteil.
- Programm-Treue
- Wie gut ein Antrag zum Wahl- oder Parteiprogramm der jeweiligen Fraktion passt — ausgedrückt als Wert von 0 bis 10, belegt mit Zitaten aus dem Programm.
- Redline-Vorschlag
- Ein Verbesserungsvorschlag im Korrektur-Format: Der Originaltext, der geänderte Text (grün = neu, rot = gestrichen) und eine kurze Begründung mit Bezug zur Gemeinwohl-Matrix.
- Regierungsfraktion
- Eine Fraktion, deren Partei zum Zeitpunkt des Antrags die Regierung trägt (allein oder in einer Koalition).
- Soll-Quelle
- Ein verbindlicher Bezugstext, an dem ein Antrag gemessen wird — etwa ein Koalitionsvertrag, ein Staatsziel oder ein Klimaziel. Treffer entstehen aus einem automatischen Textabgleich.
- Stimm-Index
- Eine Kennzahl, die zeigt, wie oft eine Fraktion für gemeinwohl-fördernde Anträge gestimmt hat. Sie misst tatsächliches Abstimmungsverhalten, nicht Ankündigungen.
- VZÄ
- Vollzeitäquivalent — eine Rechengröße, die Teilzeitstellen in volle Stellen umrechnet. Zwei Halbtagskräfte ergeben ein VZÄ.
- Wahlperiode
- Der Zeitraum zwischen zwei Wahlen, für den ein Parlament gewählt ist (meist vier bis fünf Jahre). Kurz WP — Anträge werden gegen die Programme der jeweils geltenden Wahlperiode gemessen.
- Wahlprogramm
- Das Programm, mit dem eine Partei zu einer konkreten Wahl antritt. Es ist die Messlatte für die Programm-Treue eines Antrags.
Tiefergehende Erklärungen zur Bewertungs-Methodik finden Sie auf der Methodik-Seite.