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NRW · Drs. 18/20558 · Antrag · 18. Wahlperiode · eingebracht 16.07.2026

zu dem Antrag „Mehrsprachigkeit an Schulen stärken – eine Chance für die Gesellschaft und die persönliche Entwicklung“ Antrag der Fraktion der CDU, der Fraktion der SPD und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Drucksache 18/14522 (Neudruck)

BildungSpracheInklusionMigration
Bewertung treffend?

Zusammenfassung

Die FDP fordert die explizite Festlegung von Deutsch als einziger Unterrichts- und Prüfungssprache und lehnt Regelungsanpassungen ab, die fachliche Kompetenzen von Kindern mit unzureichenden Deutschkenntnissen angemessen erfassen würden.

Kernforderungen
  • Einführung einer festen Deutsch-Prüfungssprache
  • Streichung der Forderung nach sprachgerechter Kompetenzmessung
  • Betont individuelle elterliche Verantwortung statt staatlicher Förderinfrastruktur
3.0/10
Ablehnen
Bewertungs-Sicherheit: hoch

Der Antrag widerspricht zentralen GWÖ-Werten: Er untergräbt Solidarität und soziale Gerechtigkeit, indem er sprachlich benachteiligte Kinder systematisch benachteiligt – statt ihre Kompetenzen inklusiv zu erfassen. Er gefährdet Transparenz & Mitbestimmung durch Verhinderung von barrierefreier Leistungserfassung. Die Forderung nach strikter Deutsch-Prüfungssprache ohne Ausnahmen ignoriert die Realität mehrsprachiger Lernender und verstößt gegen das Recht auf Bildungsgerechtigkeit. Damit verletzt er mindestens drei Matrixfelder mit Rating −3 bis −4.

Was bedeutet das?

Rote Ampel. Dieser Antrag widerspricht zentralen Gemeinwohl-Werten: Er schwächt insgesamt mehr Werte als er stärkt. Die Note (3.0 von 10) ist der GWÖ-Score — je niedriger, desto kritischer.

Alle Fachbegriffe auf dieser Seite sind im Glossar kurz erklärt.

Zitat-Satz: „Der Antrag 18/20558 erhält im GWÖ-Antragsprüfer einen Gemeinwohl-Score von 3.0 von 10 (Ablehnen), Bewertungs-Sicherheit hoch."

Stärkster Wert — Stärken

Klare sprachpolitische Positionierung; Fokus auf Rechtsklarheit für Lehrkräfte

Schwächster Wert — Schwächen

Ignoriert sprachliche Barriere als strukturelles Hindernis; Untergräbt inklusive Bildung und Chancengleichheit

Für Expert:innen: Gemeinwohl-Matrix 2.0 · 25 Felder
Schwerpunkt-Felder: D1D4D2
Menschenwürde
Solidarität
Ökol. Nachhaltigkeit
Soz. Gerechtigkeit
Transparenz
A · Lieferant:innen
B · Finanzen
C · Verwaltung
D · Bürger:innen
−−
E · Gesellschaft & Natur
Für Expert:innen: Bewertungs-Kontext (Wahlperiode, Regierung, Methoden-Version)
Wahlperiode: 18. Wahlperiode (2022-06-01 – laufend)
Regierung zur Antragszeit: Wüst II (CDU+GRÜNE), vereidigt 2022-06-29
Bewertet gegen die folgenden Wahlprogramme:
Diese Bewertung wurde am 25.07.2026 mit qwen-plus gegen den oben genannten Programm-Stand erzeugt.
bewertet mit Prompt v5 · Analyzer v5 · Embedding text-embedding-v4Methodik & Transparenz
Für Expert:innen: Programm-Treue pro Fraktion
CDU Regierungsfraktion
Wahlprogramm 7/10

Der Antrag korrespondiert teilweise mit CDUs Fokus auf Deutsch als Unterrichtssprache (Q4, Q5), aber widerspricht ihrer Förderorientierung für Kinder mit Zuwanderungsgeschichte (Q6) und ihrem Bekenntnis zur Familienzentrum-Idee als multiprofessioneller Unterstützung (Q5). Keine klare Übereinstimmung mit Kernziel der Sprachförderung vor Einschulung.

Keine wörtlich passenden Stellen im Wahlprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

Parteiprogramm 6/10

CDU-Grundsatzprogramm betont christlich-demokratisches Menschenbild und Verantwortung, aber nicht sprachliche Exklusion. Das Bekenntnis zur Sprachförderung (Q6) steht im Widerspruch zur FDP-Forderung nach strikter Deutsch-Prüfung ohne Kompetenzanpassung.

„Deshalb wollen wir besonders die Sprachfähigkeit von Kindern mit Zuwanderungsgeschichte und von Kindern mit familiär bedingter Bildungsferne fördern."
✓ verifiziert CDU NRW Grundsatzprogramm 2015, S. 22 · PDF öffnen
SPD
Wahlprogramm 1/10

Der Antrag widerspricht fundamental SPD-Kernpositionen: Chancengleichheit (Q13), gemeinsames Lernen (Q13), Bildungskommission für bessere Angebote (Q14) und sprachliche Integration als Aufgabe des Staates (Q11, Q16). Die FDP-Forderung untergräbt die SPD-Vision einer inklusiven, gebührenfreien Bildungskette.

„Wir wollen allen Schülerinnen und Schülern den sozialen Aufstieg über ein Abitur oder eine duale Ausbildung ermöglichen."
✓ verifiziert SPD NRW Wahlprogramm 2022, S. 27 · PDF öffnen
Parteiprogramm 2/10

Das Hamburger Programm verankert Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität als Grundwerte (Q16–Q17) und sieht Sprachförderung als staatliche Pflicht — nicht als Ausschlusskriterium. Der Antrag steht im klaren Widerspruch zu diesem sozialstaatlichen Verständnis.

Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

GRÜNE Regierungsfraktion
Wahlprogramm 0/10

Vollständiger Widerspruch zu grünen Kernzielen: Inklusion als Menschenrecht (Q21), Mehrsprachigkeit als Lebensrealität und Ressource (Q20, Q22), interkulturelle Verständigung (Q23) und Bildung als Ausgleich ungleicher Startbedingungen (Q23). Die FDP-Forderung ist anti-inklusiv und diskriminierend.

„Inklusion ist ein Menschenrecht – und Menschenrechte sind nicht verhandelbar."
✓ verifiziert BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN NRW Wahlprogramm 2022, S. 65 · PDF öffnen
Parteiprogramm 0/10

Das Grundsatzprogramm definiert Diskriminierung als gesellschaftliches Problem (Q26) und fordert ausdrücklich, dass Bildung bestehende Ungleichheiten nicht zementiert, sondern überwindet (Q23). Der Antrag tut genau das Gegenteil.

Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

FDP Antragsteller:in
Wahlprogramm 9/10

Der Antrag entspricht exakt der FDP-Linie: Betonung der deutschen Sprache als Schlüssel zum gesellschaftlichen Miteinander (Q34), Fokus auf individuelle Verantwortung (Q34), Skepsis gegenüber strukturellen Anpassungen zugunsten von Minderheiten und klare Position zur Unterrichtssprache. Auch die Kritik an Bürokratie und Regelungsunsicherheit passt zur FDP-Rhetorik (Q29, Q31).

Keine wörtlich passenden Stellen im Wahlprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

Parteiprogramm 8/10

Das FDP-Grundsatzprogramm betont Eigenverantwortung, Leistungsprinzip und Freiheit (Q33–Q36). Die Forderung nach klarer Deutsch-Prüfungssprache und Ablehnung von Regelungsanpassungen zur Kompetenzmessung entspricht dieser Logik — auch wenn sie die GWÖ-Prinzipien von Solidarität und Inklusion vernachlässigt.

„Voraussetzung dafür ist das Beherrschen der deutschen Sprache. Sie ist der Schlüssel zu einem gesellschaftlichen Miteinander."
✓ verifiziert FDP Karlsruher Freiheitsthesen 2012, S. 67 · PDF öffnen
AfD
Wahlprogramm 0/10

Keine Quellen im Index — Bewertung nicht möglich.

Keine wörtlich passenden Stellen im Wahlprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

Parteiprogramm 0/10

Keine Quellen im Index — Bewertung nicht möglich.

Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

Was am Antrag besser werden könnte Verbesserungsvorschläge (Redline-Format) Verbesserungsvorschläge mit Begründung & GWÖ-Bezug Verbesserungsvorschläge — sofort übernehmbar

Tipp: Die Vorschläge sind als Redline formuliert (Original → Änderung → Begründung) und können direkt in einen Änderungsantrag übertragen werden. Über den Brief-Generator (#204) kann der Vorschlag auch als Briefentwurf an MdL versendet werden.
Vorschlag 1 von 3
Die Unterrichtssprache ist Deutsch – jedoch werden fachliche Kompetenzen von Schüler*innen mit noch unzureichenden Deutschkenntnissen durch sprachgerechte Aufgabenformate, visuelle Hilfen, mündliche Ergänzungen und mehrsprachige Glossare angemessen erfasst , um Bildungschancen nicht an Sprachkompetenz, sondern an fachlichem Verständnis zu messen.

Stärkt D1 (Menschenwürde) und D4 (soziale Gerechtigkeit) durch inklusive Leistungsmessung; entspricht GWÖ-Matrixfeldern D1, D4, D2

Vorschlag 2 von 3
Regelungen anzupassen, sodass fachliche Kompetenzen auch dann angemessen erfasst werden können, wenn ein Kind aufgrund noch unzureichender Deutschkenntnisse seine Kompetenzen nicht vollständig darstellen kann Konkrete landesweite Handreichungen für Lehrkräfte entwickeln, die sprachgerechte Diagnostik, differenzierte Aufgabenstellung und mehrsprachige Unterstützungsformate systematisch ermöglichen

Vermeidet vage Formulierung, konkretisiert Umsetzung und stärkt D4 (soziale öffentliche Leistung) sowie C3 (professionelle Verwaltung)

Vorschlag 3 von 3
Eine Stärkung der Verantwortung der Eltern und deren Unterstützung bei der Sprachbildung unterstützt die Fraktion der FDPergänzt durch kommunale Sprachförderangebote für Eltern, kostenlose Beratung und Zugang zu mehrsprachigen Bildungsmaterialien

Transformiert individuelle Verantwortung in solidarische Infrastruktur (D2, D4); vermeidet Blaming und stärkt Gemeinwohl-Orientierung

Abstimmungsergebnis

Das Warnzeichen ⚠ steht für den Heuchelei, das Ausrufezeichen ! für den Opportunismus. Beide vergleichen das Abstimmungsverhalten einer Fraktion mit ihrem eigenen Wahlprogramm.

Mehrheit deckt sich mit GWÖ-Empfehlung — Empfohlen: Ablehnen; Beschluss: Abgelehnt.
Abgelehnt MMP18-128 ↗
Quelle: Plenarprotokoll · automatisch extrahiert

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