Zusammenfassung
Der Antrag fordert die landesweite Stärkung der Friedens- und Konfliktforschung in NRW durch eine Transdisziplinäre Netzwerkstelle, eine jährliche Fachtagung, niedrigschwellige Bildungsangebote und regelmäßige Berichtspflichten an den Landtag — um die Zeitenwende ethisch-wissenschaftlich zu begleiten.
- Einrichtung einer Transdisziplinären Netzwerkstelle Frieden NRW
- Stärkung des Zugangs zur Friedensforschung im ländlichen Raum und in Grenzregionen
- Entwicklung eines niedrigschwelligen Bildungsmoduls für Schulen und VHS
- Jährliche Fachtagung des Netzwerks Friedens- und Konfliktforschung NRW
- Regelmäßige Berichte an den Ausschuss für Europa und Internationales
Der Antrag stärkt systematisch die Verankerung friedenswissenschaftlicher Erkenntnisse in Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft — ein Kernanliegen der GWÖ-Matrix im Feld D2 (Solidarität) und D5 (Transparenz & Mitbestimmung). Er fördert transdisziplinäre Partizipation, niedrigschwellige Bildung und grenzüberschreitende Kooperation (E5), schützt Menschenrechte als Fundament (D1), und verankert Wissenschaft als gemeinwohlorientierten Dienst (C3). Einzig das Fehlen expliziter ökologischer Bezüge zu Frieden (z. B. Klimakonflikte als Friedensrisiko) verhindert den Maximalwert.
Was bedeutet das?
Grüne Ampel. Dieser Antrag stärkt das Gemeinwohl deutlich: Er fördert mehr Werte als er schwächt. Die Note (9.0 von 10) ist der GWÖ-Score — je höher, desto besser für das Allgemeinwohl.
Alle Fachbegriffe auf dieser Seite sind im Glossar kurz erklärt.
Zitat-Satz: „Der Antrag 18/20420 erhält im GWÖ-Antragsprüfer einen Gemeinwohl-Score von 9.0 von 10 (Uneingeschränkt unterstützen), Bewertungs-Sicherheit hoch."
Stärkster Wert — Stärken
Starke Verankerung in den GWÖ-Werten Menschenwürde, Solidarität und Transparenz; Exzellente Übereinstimmung mit SPD- und Grünen-Wahlprogrammen
Schwächster Wert — Schwächen
Keine explizite Verknüpfung mit ökologischer Nachhaltigkeit (GWÖ-Feld E3); Fehlende Benennung von Geschlechtergerechtigkeit als Querschnittsaufgabe
Für Expert:innen: Gemeinwohl-Matrix 2.0 · 25 Felder
Für Expert:innen: Bewertungs-Kontext (Wahlperiode, Regierung, Methoden-Version)
Für Expert:innen: Programm-Treue pro Fraktion
Wahlprogramm 10/10
Der Antrag entspricht vollständig dem SPD-Wahlprogramm 2022: Er verankert Friedensforschung als Teil der globalen Verantwortung (S. 101–103), stärkt zivilgesellschaftliche Prävention gegen Extremismus (S. 55, 80), fördert Bildung für Demokratie und Menschenrechte (S. 53, 80), und setzt auf eine friedensorientierte, nicht-militärische Sicherheitspolitik – im klaren Kontrast zur CDU-Fokus auf Polizei und Aufrüstung.
Parteiprogramm 10/10
Der Antrag spiegelt exakt das Hamburger Programm wider: Frieden als Menschheitsaufgabe (S. 21), universelle Menschenrechte als unverhandelbar (S. 21), zivile Krisenprävention statt Militär (S. 26), und die Verknüpfung von Friedensforschung mit sozialer Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit (S. 26–27).
Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.
Wahlprogramm 6/10
Der Antrag steht nicht im Widerspruch zum CDU-Wahlprogramm, aber auch nicht im Fokus: CDU betont Sicherheit durch Stärkung von Polizei und Bundeswehr (S. 108), nicht durch Friedensforschung. Allerdings wird Solidarität mit Kriegsflüchtlingen ausdrücklich genannt (S. 108), was als Brücke zur Friedensförderung gelesen werden kann. Keine direkte Förderung von Friedensforschung im Wahlprogramm.
Parteiprogramm 7/10
Das CDU-Grundsatzprogramm 2024 betont 'Schöpfungsverantwortung' und 'Friedenssicherung', aber vorrangig im Rahmen der NATO und EU-Sicherheitsarchitektur (S. 31). Friedensforschung wird nicht explizit erwähnt; jedoch passt die Betonung von 'Verantwortung für den Frieden' (Q26 analog) und 'ziviler Krisenprävention' (Q26) in den Rahmen.
Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.
Wahlprogramm 10/10
Der Antrag ist nahtlos mit dem Grünen Wahlprogramm 2022 verknüpft: Er konkretisiert die Forderung nach dauerhafter Förderung von Friedens- und Konfliktforschung (S. 71), sichert die Zivilklausel (S. 71), stärkt zivilgesellschaftliche Friedensarbeit (S. 108, 120), und verankert Frieden als europäische und globale Verantwortung (S. 87, 120).
Parteiprogramm 10/10
Das Grüne Grundsatzprogramm 2020 definiert Frieden als 'universelle Würde und Freiheit' (S. 104), verbindet Friedensforschung mit 'sozialer Sicherheit, Menschenrechten, Gewaltfreiheit' (S. 104–105) und sieht 'zivile Krisenprävention' als Kern (S. 104). Der Antrag ist eine präzise Umsetzung dieser Leitideen.
Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.
Wahlprogramm 3/10
Der Antrag widerspricht nicht direkt dem FDP-Wahlprogramm, aber steht außerhalb dessen Schwerpunkte: FDP fokussiert auf Digitalisierung, Bildungsexzellenz, Markt und Technologieoffenheit (S. 3, 106), nicht auf Friedensforschung als staatliche Aufgabe. Keine Erwähnung von Friedensforschung, Zivilklausel oder ziviler Krisenprävention. Der Ansatz einer strukturierten, landesfinanzierten Netzwerkstelle kollidiert mit dem FDP-Prinzip 'Privat vor Staat'.
Keine wörtlich passenden Stellen im Wahlprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.
Parteiprogramm 2/10
Das FDP-Grundsatzprogramm 2012 kennt keine Friedensforschung als Staatsaufgabe. Es betont 'individuelle Freiheit', 'Eigenverantwortung' und 'freie Marktwirtschaft' (S. 1, 5, 12), nicht kollektive Friedensverantwortung. Eine staatlich finanzierte Netzwerkstelle widerspricht dem Prinzip 'schlanker Staat'.
Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.
Wahlprogramm 0/10
Der Antrag widerspricht fundamental dem AfD-Wahlprogramm: AfD lehnt 'Klimaideologie' und 'Gender-Ideologie' ab (S. 108), propagiert nationale Souveränität statt europäische Friedensordnung (S. 108), befürwortet Kernkraft und Kohle statt Friedensforschung als Antwort auf globale Krisen (S. 108), und lehnt 'internationale Zusammenarbeit' zugunsten nationaler Abschottung ab. Der Begriff 'Zeitenwende' wird von AfD ausschließlich militärisch interpretiert.
Keine wörtlich passenden Stellen im Wahlprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.
Parteiprogramm 0/10
Keine Quellen im Index — Bewertung nicht möglich.
Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.
Was am Antrag besser werden könnte Verbesserungsvorschläge (Redline-Format) Verbesserungsvorschläge mit Begründung & GWÖ-Bezug Verbesserungsvorschläge — sofort übernehmbar
Stärkt GWÖ-Feld D4 (soziale Gerechtigkeit) durch explizite Inklusion und Gendergerechtigkeit — beides zentrale Gemeinwohl-Werte und im SPD-Wahlprogramm (S. 55, 80) sowie Grünen-Programm (S. 108, 120) verankert.
Erweitert GWÖ-Feld D2 (Solidarität) und D4 (soziale Gerechtigkeit) um konkrete Zielgruppen, die im Antrag nur implizit adressiert sind — stärkt Chancengleichheit und Teilhabe gemäß SPD- (S. 55) und Grünen-Programm (S. 108).
Konkretisiert GWÖ-Feld B2 (Solidarität bei Geldgebern) und C3 (Politische Führung): Stellt langfristige Finanzsicherheit sicher und vermeidet Abhängigkeit von befristeten Drittmitteln — ein Kernanliegen der Friedensforschung (S. 2, 3) und im Grünen Wahlprogramm (S. 71) gefordert.
Abstimmungsergebnis
Das Warnzeichen ⚠ steht für den Heuchelei, das Ausrufezeichen ! für den Opportunismus. Beide vergleichen das Abstimmungsverhalten einer Fraktion mit ihrem eigenen Wahlprogramm.
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