Zusammenfassung
Die FDP-Fraktion fordert die Landesregierung auf, eine landesweite, ressortübergreifende Finanzbildungsstrategie zu entwickeln, die alle Lebensphasen und gesellschaftlichen Gruppen erreicht — mit besonderem Fokus auf Schulen, Jugend und Altersvorsorge.
- Entwicklung einer verbindlichen Finanzbildungsstrategie
- Finanzbildung vom Vorschulalter bis ins Alter
- Stärkung der Kapitalmarkt-Beteiligung und Eigenverantwortung
Der Antrag fördert Transparenz & Mitbestimmung (Wert 5) durch partizipative Strategieentwicklung und stärkt soziale Gerechtigkeit (Wert 4) mit niedrigschwelligen, lebensphasenorientierten Angeboten. Er berührt Menschenwürde (Wert 1) durch Förderung finanzieller Selbstbestimmung und Solidarität (Wert 2) durch Schutz vor Überschuldung. Allerdings fehlt ein expliziter ökologischer Bezug (Wert 3), und die Fokussierung auf Kapitalmarktintegration sowie die Forderung nach steuerlicher Entlastung von Kapitalerträgen widerspricht dem GWÖ-Prinzip der sozialen Gerechtigkeit, da sie strukturelle Ungleichheit begünstigt.
Was bedeutet das?
Gelbe Ampel. Dieser Antrag wirkt gemischt: Manche Werte werden gestärkt, andere geschwächt — beides gleicht sich teils aus. Die Note (6.0 von 10) ist der GWÖ-Score; „gemischt" heißt nicht „neutral".
Alle Fachbegriffe auf dieser Seite sind im Glossar kurz erklärt.
Zitat-Satz: „Der Antrag 18/19802 erhält im GWÖ-Antragsprüfer einen Gemeinwohl-Score von 6.0 von 10 (Unterstützen mit Änderungen), Bewertungs-Sicherheit hoch."
Stärkster Wert — Stärken
Inklusive Lebensphasenperspektive; Starke Partizipation von zivilgesellschaftlichen Akteuren
Schwächster Wert — Schwächen
Fehlende Verknüpfung mit Armutsbekämpfung und sozialer Absicherung; Überbetonung des Kapitalmarkts ohne kritische Reflexion
Für Expert:innen: Gemeinwohl-Matrix 2.0 · 25 Felder
Für Expert:innen: Bewertungs-Kontext (Wahlperiode, Regierung, Methoden-Version)
Für Expert:innen: Programm-Treue pro Fraktion
Wahlprogramm 6/10
Der Antrag passt zum CDU-Thema 'finanzielle Selbstständigkeit' und zur Zielsetzung einer 'generationengerechten schwarz Null' (Q12), da Finanzkompetenz Schuldenprävention unterstützt. Allerdings fehlt die CDU-typische Betonung von Eigentumsschutz, Altersvorsorge durch private Absicherung (Q15) und Bürokratieabbau — stattdessen wird ein starkes staatliches Steuerungsmandat gefordert, was der CDU-Präferenz für subsidiäre Lösungen widerspricht.
Parteiprogramm 7/10
Das CDU-Grundsatzprogramm betont 'solide Finanzen' (Q16) und 'starke Kommunen mit auskömmlicher Finanzausstattung' (Q18), was mit der Forderung nach landesweiter strategischer Steuerung konsistent ist. Die Betonung von 'Verantwortung' und 'Eigenverantwortung' (Q16, Q18) deckt sich mit dem Antrag. Allerdings fehlt der explizite Bezug zur 'christlich-demokratischen Würde' (Q16) oder 'Schöpfungsverantwortung' (Q16), sodass kein Volltreffer vorliegt.
Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.
Wahlprogramm 5/10
Der Antrag berührt SPD-Kernthemen wie 'Chancengleichheit' und 'soziale Gerechtigkeit', aber ohne den SPD-typischen Fokus auf Umverteilung, Kinderarmut oder öffentliche Daseinsvorsorge. Die SPD fordert explizit 'Kindergrundsicherung' und 'soziale Infrastruktur' (Q29), während der Antrag primär individuelle Kompetenzvermittlung betont — ohne strukturelle Armutsbekämpfung. Kein direktes Zitat passt; das Thema 'Finanzbildung' fehlt im SPD-Wahlprogramm 2022.
Keine wörtlich passenden Stellen im Wahlprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.
Parteiprogramm 4/10
Im Hamburger Programm (2007) steht 'soziale Gerechtigkeit' als Grundwert (Q29), aber auch 'nachhaltige Entwicklung' und 'Vorsorgender Sozialstaat'. Der Antrag adressiert keine sozialstaatliche Absicherung gegen Überschuldung, sondern setzt auf individuelle Kompetenz — was einer neoliberalen Lesart nahekommt und dem SPD-Verständnis von 'kollektiver Verantwortung' widerspricht. Keine passenden Quellen gefunden.
Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.
Wahlprogramm 8/10
Der Antrag entspricht stark dem grünen Verständnis von 'lebenslangem Lernen', 'inklusiver Bildung' und 'Demokratiebildung' (Q23, Q24). Die Forderung nach 'praxisnaher, niedrigschwelliger Bildung für alle' spiegelt die grüne Zielsetzung 'alle Menschen – unabhängig von Herkunft oder Geldbeutel – erreichen' wider. Die Einbindung von Schuldnerberatung und Verbraucherbildung korrespondiert mit dem grünen Fokus auf 'gemeinwohlorientierte Wirtschaft' (Q26).
Parteiprogramm 8/10
Das Grundsatzprogramm (2020) verankert 'Bildung als Schlüssel für gleiche Chancen' (Q27, Q28) und 'gemeinwohlorientiertes Eigentum' (Q26). Die Forderung nach unabhängiger, qualitativ hochwertiger Finanzbildung entspricht dem grünen Postulat 'transparent und frei von Interessenkonflikten' (Q26). Auch die Betonung von 'Selbstbestimmung' (Q26) und 'sozialer Infrastruktur' (Q29) passt exakt.
Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.
Wahlprogramm 10/10
Der Antrag ist wörtlich aus dem FDP-Wahlprogramm 2022 abgeleitet: 'Finanzen verstehen heißt frei sein' ist ein Kernslogan (Q4), die Betonung von 'Eigenverantwortung', 'Freiheit' und 'individueller Gestaltungsmacht' entspricht dem liberalen Menschenbild. Die Forderung nach 'Verständnis für andere Länder und Kulturen' (Q3) ergänzt die globale Dimension der Finanzbildung. Alle Kernpunkte — von der Schulfinanzbildung bis zur Altersvorsorge — finden sich direkt im Programm.
Parteiprogramm 9/10
Das FDP-Grundsatzprogramm (2012) definiert 'Freiheit' als höchsten Wert (Q9) und 'Eigenverantwortung' als zentrale Leitidee (Q7, Q9). Die Forderung nach 'finanzieller Freiheit und Sicherheit' (Antrag) ist wortgleich mit dem programmatischen Versprechen 'freier, fairer und moderner' (Q4). Die Betonung von 'Wachstum durch Bildung' (Q9) und 'Marktwirtschaft' (Q6) passt zur Kapitalmarktförderung im Antrag. Lediglich der starke staatliche Steuerungsanspruch ('resortübergreifende Strategie') ist etwas stärker als im Parteiprogramm formuliert.
Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.
Wahlprogramm 2/10
Der Antrag widerspricht zentralen AfD-Positionen: Er fördert 'europäische und internationale Schüleraustausche' (Q3), während die AfD 'EU-Kritik' und 'nationale Souveränität' betont (Q30). Er propagiert 'Kapitalmarktintegration', während die AfD 'gegen Energiewende' und 'gegen Planwirtschaft' ist — und Finanzbildung als staatliche Lenkung interpretieren würde. Der Fokus auf 'Gender', 'Migration' oder 'Leitkultur' fehlt vollständig.
Keine wörtlich passenden Stellen im Wahlprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.
Parteiprogramm 1/10
Das AfD-Grundsatzprogramm (2016) lehnt 'Brüsseler Bürokratie' ab (Q30) und betont 'direkte Demokratie' statt technokratischer Strategien. Der Antrag fordert eine top-down-Strategie mit staatlicher Steuerung — ein fundamentaler Widerspruch zum AfD-Verständnis von 'Eigenverantwortung' und 'weniger Staat'. Keine passenden Quellen gefunden.
Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.
Was am Antrag besser werden könnte Verbesserungsvorschläge (Redline-Format) Verbesserungsvorschläge mit Begründung & GWÖ-Bezug Verbesserungsvorschläge — sofort übernehmbar
Stärkt Soziale Gerechtigkeit (D4) durch Verankerung von Armutsprävention und Zugang zu sozialer Absicherung — nicht nur individuelle Risikoaufklärung.
Stärkt Transparenz & Mitbestimmung (D5) und Soziale Gerechtigkeit (D4) durch institutionelle Verankerung von GWÖ-Kriterien in der Strategieentwicklung.
Verankert Gemeinwohlökonomie (A3, B2) und ökologische Nachhaltigkeit (E3) durch Förderung alternativer, gemeinwohlorientierter Finanzmodelle — statt reiner Kapitalmarktintegration.
Abstimmungsergebnis
Das Warnzeichen ⚠ steht für den Heuchelei, das Ausrufezeichen ! für den Opportunismus. Beide vergleichen das Abstimmungsverhalten einer Fraktion mit ihrem eigenen Wahlprogramm.
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