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NRW · Drs. 18/19784 · Antrag · 18. Wahlperiode · eingebracht 09.06.2026

Transparenz der Polizeiliche Kriminalstatistik erhöhen

Innere SicherheitMigrationDatenschutz
Bewertung treffend?

Zusammenfassung

Die AfD-Fraktion fordert die verpflichtende Nennung von Nationalität, Mehrstaatsangehörigkeit und Migrationshintergrund von Tatverdächtigen in Pressemitteilungen und Statistiken, um die 'Transparenz' der Kriminalstatistik zu erhöhen.

Kernforderungen
  • Verbindliche Herkunftsbenennung in Pressemitteilungen
  • Erweiterung der Tatverdächtigenbelastungszahl nach Nationalität
  • Einführung eines eigenen Schlüssels für Gruppenvergewaltigungen
  • Spezifizierung von Tatorten im öffentlichen Raum
  • Erweiterung der Opfererfassung nach Berufsgruppen
1.0/10
Ablehnen
Bewertungs-Sicherheit: hoch

Der Antrag verletzt zentral die GWÖ-Werte Menschenwürde und Solidarität durch systematische ethnisch-kulturelle Zuschreibung von Kriminalität, Stigmatisierung ganzer Herkunftsgruppen und Verknüpfung von Migrationshintergrund mit krimineller Disposition. Er widerspricht dem Staatsprinzip des Rechtsstaats (Menschenwürde), da er eine kollektive Verdächtigung fördert, die Grundrechtsschutz untergräbt. Die Forderung nach Herkunftsnennung in Pressemitteilungen verstößt gegen das Prinzip der Unschuldsvermutung und schafft ein Klima der Diskriminierung – besonders im Feld D1 (Menschenwürde für Bürger:innen) und A1 (Menschenwürde bei Lieferant:innen/Dienstleister:innen wie Polizei). Ökologische Nachhaltigkeit und Transparenz & Mitbestimmung werden nicht adressiert.

Was bedeutet das?

Rote Ampel. Dieser Antrag widerspricht zentralen Gemeinwohl-Werten: Er schwächt insgesamt mehr Werte als er stärkt. Die Note (1.0 von 10) ist der GWÖ-Score — je niedriger, desto kritischer.

Alle Fachbegriffe auf dieser Seite sind im Glossar kurz erklärt.

Zitat-Satz: „Der Antrag 18/19784 erhält im GWÖ-Antragsprüfer einen Gemeinwohl-Score von 1.0 von 10 (Ablehnen), Bewertungs-Sicherheit hoch."

Stärkster Wert — Stärken

Forderung nach Verbesserung der statistischen Erfassung von Gewalt gegen Einsatzkräfte; Bezug auf empirische Daten zur Gewaltentwicklung in Krankenhäusern und beim Bahnpersonal

Schwächster Wert — Schwächen

Systematische Herkunftsbenennung in Pressemitteilungen; Kollektive Stigmatisierung durch Nationalitäten-Tabellen

Für Expert:innen: Gemeinwohl-Matrix 2.0 · 25 Felder
Schwerpunkt-Felder: D1D2E5
Menschenwürde
Solidarität
Ökol. Nachhaltigkeit
Soz. Gerechtigkeit
Transparenz
A · Lieferant:innen
−−
B · Finanzen
C · Verwaltung
D · Bürger:innen
−−
−−
E · Gesellschaft & Natur
Für Expert:innen: Bewertungs-Kontext (Wahlperiode, Regierung, Methoden-Version)
Wahlperiode: 18. Wahlperiode (2022-06-01 – laufend)
Regierung zur Antragszeit: Wüst II (CDU+GRÜNE), vereidigt 2022-06-29
Bewertet gegen die folgenden Wahlprogramme:
  • AfD: Wer sonst. — gültig seit 2022-05-15, 68 S.
Diese Bewertung wurde am 24.06.2026 mit qwen-plus gegen den oben genannten Programm-Stand erzeugt.
bewertet mit Prompt v5 · Analyzer v5 · Embedding text-embedding-v4Methodik & Transparenz
Für Expert:innen: Programm-Treue pro Fraktion
CDU Regierungsfraktion
Wahlprogramm 3/10

Die CDU betont 'Null-Toleranz' und 'Sicherheit', aber lehnt stigmatisierende Generalisierungen ab. Im Wahlprogramm heißt es: 'Extremismus, Fremdenfeindlichkeit, Islamfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus haben in unserer Mitte keinen Platz.' Der Antrag widerspricht diesem Grundsatz durch seine ethnisch konnotierte Herkunftsbenennung.

Keine wörtlich passenden Stellen im Wahlprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

Parteiprogramm 2/10

Das CDU-Grundsatzprogramm verpflichtet zur 'Schöpfungsverantwortung' und zum Schutz der Menschenwürde. Die systematische Herkunftsbenennung verstößt gegen das christlich-demokratische Menschenbild und das Prinzip der individuellen Verantwortung.

„Extremismus, Fremdenfeindlichkeit, Islamfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus haben in unserer Mitte keinen Platz."
✓ verifiziert CDU NRW Grundsatzprogramm 2015, S. 20 · PDF öffnen
SPD
Wahlprogramm 0/10

Der Antrag widerspricht zentralen SPD-Wahlprogramm-Positionen: 'Wir ächten Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus' und 'Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten [...] ist nicht hinnehmbar' – doch hier wird Gewalt durch pauschale Herkunftszuweisung legitimiert. Keine Übereinstimmung.

Keine wörtlich passenden Stellen im Wahlprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

Parteiprogramm 0/10

Das Hamburger Programm verankert 'Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität' als Grundwerte. Der Antrag untergräbt alle drei durch kollektive Stigmatisierung und Verletzung der informationellen Selbstbestimmung.

„Wir ächten Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus."
✓ verifiziert SPD Hamburger Programm 2007, S. 37 · PDF öffnen
GRÜNE Regierungsfraktion
Wahlprogramm 0/10

Der Antrag steht im eklatanten Widerspruch zum grünen Wahlprogramm: 'Für ein offenes und vielfältiges Nordrhein-Westfalen' und 'Diskriminierung trifft nicht alle gleichermaßen, aber sie geht alle gleichermaßen an'. Die Herkunftsbenennung ist ein klassisches Instrument der Diskriminierung.

„Für ein offenes und vielfältiges Nordrhein-Westfalen engagieren sich tagtäglich Millionen Menschen in unserem Land."
✓ verifiziert BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN NRW Wahlprogramm 2022, S. 86 · PDF öffnen
Parteiprogramm 0/10

Das grüne Grundsatzprogramm definiert Diskriminierung als gesellschaftliches Problem, das 'im Alltag, ob subtil oder durch gesellschaftliche Strukturen und öffentliche Institutionen' bekämpft werden muss. Der Antrag institutionalisiert gerade diese subtile Diskriminierung.

Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

FDP
Wahlprogramm 2/10

Die FDP betont 'Freiheit' und 'Bürgerrechte', aber auch 'konsequente Abschiebung'. Der Antrag widerspricht jedoch dem FDP-Grundsatz 'Rechtsstaat' und 'Datenschutz': 'Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung ist für uns ein wichtiges Gut' – Herkunftsbenennung verletzt dieses Recht.

Keine wörtlich passenden Stellen im Wahlprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

Parteiprogramm 1/10

Die FDP-Freiheitsthesen betonen 'Eigenverantwortung vor Staatsverantwortung' – nicht kollektive Zuschreibung. Die Herkunftsbenennung verletzt das Prinzip der individuellen Freiheit und Eigenverantwortung.

Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

AfD Antragsteller:in
Wahlprogramm 10/10

Der Antrag entspricht vollständig dem AfD-Wahlprogramm: 'Herstellung von Transparenz bei der Herkunft von Tatverdächtigen', 'Clan-Kriminalität', 'Rückführung von Clankriminellen', 'kein Ausverkauf der deutschen Staatsbürgerschaft'. Alle Kernforderungen sind wörtlich abgebildet.

„Die Alternative für Deutschland stellt sich allen Versuchen der Delegitimierung und Verächtlichmachung von Polizeibeamten durch Clankriminelle, Linke, Grüne oder sonstige Gegner polizeilicher Autorität entgegen."
✓ verifiziert AfD NRW Wahlprogramm 2022, S. 8 · PDF öffnen
Parteiprogramm 10/10

Das AfD-Grundsatzprogramm fordert explizit: 'Dem Schutz der Bürger vor einwanderungsbedingter Kriminalität oberste Priorität einzuräumen' und 'kein Datenschutz für Täter'. Der Antrag ist eine direkte Umsetzung dieser Leitlinien.

Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

Was am Antrag besser werden könnte Verbesserungsvorschläge (Redline-Format) Verbesserungsvorschläge mit Begründung & GWÖ-Bezug Verbesserungsvorschläge — sofort übernehmbar

Tipp: Die Vorschläge sind als Redline formuliert (Original → Änderung → Begründung) und können direkt in einen Änderungsantrag übertragen werden. Über den Brief-Generator (#204) kann der Vorschlag auch als Briefentwurf an MdL versendet werden.
Vorschlag 1 von 3
die polizeiliche Berichterstattung zu anonymisieren , um das Recht auf informationelle Selbstbestimmung zu wahren, und stattdessen aggregierte, anonymisierte Daten zur Täterstruktur (z. B. Alter, Deliktsart, Wohnortbezug) für wissenschaftliche und politische Zwecke bereitzustellen .

Schützt Menschenwürde (D1) und Transparenz & Mitbestimmung (D5) durch datenschutzkonforme, sachliche Informationspolitik statt stigmatisierender Einzelfallbenennung.

Vorschlag 2 von 3
die TVBZ nur nach sozioökonomischen Indikatoren (z. B. Bildungsabschluss, Erwerbstätigkeit, Wohnsituation) und nicht nach Nationalität oder Herkunft zu differenzieren, um strukturelle Ursachen von Kriminalität zu erfassen.

Stärkt soziale Gerechtigkeit (D4) und Solidarität (D2) durch Fokus auf Lebenslagen statt ethnischer Zuschreibung.

Vorschlag 3 von 3
die Opfererfassung um Angaben zur sozialen Vulnerabilität (z. B. Behinderung, Fluchtgeschichte, Armutslage) zu ergänzen , um präventive Schutzmaßnahmen gezielt zu entwickeln.

Fördert Menschenwürde (D1) und soziale Gerechtigkeit (D4) durch fokussierte Unterstützung benachteiligter Opfergruppen.

Abstimmungsergebnis

Das Warnzeichen ⚠ steht für den Heuchelei, das Ausrufezeichen ! für den Opportunismus. Beide vergleichen das Abstimmungsverhalten einer Fraktion mit ihrem eigenen Wahlprogramm.

Mehrheit deckt sich mit GWÖ-Empfehlung — Empfohlen: Ablehnen; Beschluss: Abgelehnt.
Abgelehnt MMP18-125 ↗
1/5 Fraktionen Ja · 4 Nein · 0 Enth.
Ja: AfD
Nein: CDU FDP GRÜNE SPD
Quelle: Plenarprotokoll · automatisch extrahiert

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