Zusammenfassung
Die FDP fordert auf Landesebene Maßnahmen gegen lange Wartezeiten in der ambulanten Psychotherapie, Honorarkürzungen zu stoppen und die Bedarfsplanung zu reformieren.
- Bundesweite Rücknahme der Honorarkürzungen
- Reform der Bedarfsplanung mit aktueller Datenbasis
- Schaffung zusätzlicher Kassensitze in unterversorgten Regionen
- Ausweitung von Studienplätzen und Verbesserung der Weiterbildung
- Förderung innovativer und niedrigschwelliger Versorgungsmodelle
Der Antrag adressiert zentrale GWÖ-Themen wie soziale Gerechtigkeit (D4), Menschenwürde (D1) und ökologische Nachhaltigkeit indirekt über gesundheitliche Resilienz (E3). Er fördert Transparenz & Mitbestimmung durch Forderung nach Reform der Bedarfsplanung (D5) und stärkt die öffentliche Daseinsvorsorge. Allerdings fehlt jede Verankerung in den Berührungsgruppen A (Lieferketten), B (Finanzpartner), C (Verwaltung/Ehrenamt) und E (globale/nachhaltige Wirkung). Keine Bezugnahme auf Solidarität als kollektives Gemeinwohlprinzip oder auf ökologische Dimensionen von psychischer Gesundheit (z. B. Klimaangst, Naturverbundenheit). Die rein sektorale, technokratische Perspektive ohne gemeinwohlökonomische Bewertungskriterien schwächt die GWÖ-Treue.
Was bedeutet das?
Gelbe Ampel. Dieser Antrag wirkt gemischt: Manche Werte werden gestärkt, andere geschwächt — beides gleicht sich teils aus. Die Note (5.0 von 10) ist der GWÖ-Score; „gemischt" heißt nicht „neutral".
Alle Fachbegriffe auf dieser Seite sind im Glossar kurz erklärt.
Zitat-Satz: „Der Antrag 18/19013 erhält im GWÖ-Antragsprüfer einen Gemeinwohl-Score von 5.0 von 10 (Unterstützen mit Änderungen), Bewertungs-Sicherheit hoch."
Stärkster Wert — Stärken
Präzise Datengrundlage (Wartezeiten, volkswirtschaftliche Kosten); Klare Forderungen mit konkreten Rechtsgrundlagen (§103 SGB V)
Schwächster Wert — Schwächen
Keine Einbindung von Betroffenen in Planung; Kein Bezug zu Prävention und Lebensstil
Für Expert:innen: Gemeinwohl-Matrix 2.0 · 25 Felder
Für Expert:innen: Bewertungs-Kontext (Wahlperiode, Regierung, Methoden-Version)
Für Expert:innen: Programm-Treue pro Fraktion
Wahlprogramm 6/10
Der Antrag entspricht CDU-Prioritäten zur Stärkung der medizinischen Versorgung (S. 74–79), besonders im ländlichen Raum und bei Fachkräftesicherung. Allerdings fehlt der CDU-typische Fokus auf Prävention, Eigenverantwortung und digitale Lösungen als Ergänzung — stattdessen dominieren reaktive, regulierende Forderungen.
Parteiprogramm 7/10
Das CDU-Grundsatzprogramm betont 'Schöpfungsverantwortung' und 'soziale Marktwirtschaft', was mit dem Ziel einer leistungsfähigen, wohnortnahen Versorgung konsistent ist. Der Antrag bleibt jedoch hinter der CDU-Forderung nach 'sparsamem Umgang mit Ressourcen' zurück, da er keine Effizienzmaßnahmen nennt.
Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.
Wahlprogramm 5/10
Der Antrag teilt SPD-Ziele zur Chancengleichheit und Daseinsvorsorge, aber ohne Bezug zur sozialstaatlichen Umverteilung (z. B. höhere Tarife für Psychotherapeuten) oder zur Kinderarmut als Risikofaktor für psychische Erkrankungen. Keine Verbindung zu 'Kindergrundsicherung' oder 'Gesundheitszentren'.
Keine wörtlich passenden Stellen im Wahlprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.
Parteiprogramm 5/10
Das Hamburger Programm verbindet 'Gerechtigkeit' und 'Solidarität' mit kollektiver Verantwortung — hier wird aber ausschließlich auf individuelle Versorgungslücken fokussiert, nicht auf strukturelle Ungleichheit als Ursache. Kein Bezug zu 'demokratischem Sozialismus' oder 'Vorsorgender Sozialstaat'.
Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.
Wahlprogramm 4/10
Der Antrag greift zwar das grüne Kernthema 'Psychische Gesundheit' (S. 80–81) auf, verfehlt aber die grüne Systemperspektive: Keine Forderung nach Bürger:innenräten in der Gesundheitsplanung, kein Bezug zu 'Selbstbestimmung' bei Schwangerschaftsabbruch (S. 82), keine Verknüpfung mit Klimakrise als Stressfaktor oder Suffizienz. Die Forderung nach 'innovativen Modellen' bleibt vage.
Parteiprogramm 4/10
Das Grüne Grundsatzprogramm (2020) fordert eine 'Krankenhausfinanzierung nach gesellschaftlichem Auftrag' (S. 66) und 'Patient*innen als Akteur*innen mit starken Rechten' (S. 69) — beides fehlt im Antrag. Stattdessen dominiert ein technokratisches, verwaltungszentriertes Vorgehen ohne Partizipation.
Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.
Wahlprogramm 9/10
Der Antrag spiegelt exakt die FDP-Prioritäten wider: 'Digitale Anwendungen', 'beste Ausbildung', 'Innovationen' (S. 76–78), 'selbstbestimmtes Leben' (S. 76), 'gesunde Zukunft' (S. 76) und 'effiziente Rettungsdienste' (S. 78). Auch die Kritik an veralteter Planung korrespondiert mit dem FDP-Mandat für 'Bürokratieabbau' und 'Marktbasiertheit'.
Parteiprogramm 8/10
Das FDP-Grundsatzprogramm (Karlsruher Thesen) betont 'Freiheit', 'Eigenverantwortung' und 'funktionierende Antworten' (S. 15, 63, 92). Der Antrag setzt diese um durch Förderung von Innovation, Qualifikation und Selbstbestimmung — allerdings ohne expliziten Bezug zur 'streitbaren Marktwirtschaft' oder 'Haftungsprinzip'.
Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.
Wahlprogramm 2/10
Der Antrag widerspricht zentralen AfD-Positionen: Er fordert staatliche Intervention statt 'Entlastung', akzeptiert 'Gender-Ideologie'-freie Sprache nicht (keine Kritik an geschlechtergerechter Formulierung), und ignoriert die AfD-Kritik an 'Klimaideologie' als Ursache für psychische Belastung. Kein Bezug zu 'Leitkultur' oder 'Assimilation'.
Keine wörtlich passenden Stellen im Wahlprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.
Parteiprogramm 1/10
Das AfD-Grundsatzprogramm (2016) lehnt 'Planwirtschaft' ab und betont 'nationale Souveränität'. Der Antrag ist ein klassisches Beispiel für 'Bundesplanung' und 'Regulierung' — ein fundamentaler Widerspruch zum AfD-Verständnis von Staat und Freiheit.
Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.
Was am Antrag besser werden könnte Verbesserungsvorschläge (Redline-Format) Verbesserungsvorschläge mit Begründung & GWÖ-Bezug Verbesserungsvorschläge — sofort übernehmbar
Stärkt GWÖ-Wert 'Transparenz & Mitbestimmung' (D5/C5) und erfüllt grüne und SPD-Forderungen nach partizipativer Gesundheitspolitik.
Konkretisiert 'Innovation' im Sinne der FDP (S. 78) und verankert Prävention als GWÖ-Wert (D2/D4), was auch CDU und Grüne fordern.
Behebt das strukturelle Defizit im Antrag (S. 3) und stärkt GWÖ-Wert 'Soziale Gerechtigkeit' (D4) durch faire Ausbildungsbedingungen — konsistent mit SPD- und Grüne-Forderungen nach 'guter Ausbildung'.
Abstimmungsergebnis
Das Warnzeichen ⚠ steht für den Heuchelei, das Ausrufezeichen ! für den Opportunismus. Beide vergleichen das Abstimmungsverhalten einer Fraktion mit ihrem eigenen Wahlprogramm.
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